Hübsche Hütten

Bildschirmfoto 2019-08-14 um 13.41.51An diesem Band ist alles hübsch. „Unsere schönsten Hütten“ werden hier vorgestellt, worauf sich das Possesivpronomen bezieht, ist zwar nicht ganz klar, es ist eben eine Auswahl von 50 Hütten im Alpenraum, etwas eigenwillig sortiert nach Österreich, Bayern, Schweiz und Südtirol. Das frische Layout fällt ins Auge, es gibt rote Zeichnungen von Bergen, Gämsen, Holz und einem Brezelkarabiner (das kann man nicht erklären, das muss man sehen). Die meisten Hütten werden ausführlich vorgestellt, auf mehreren Doppelseiten. Fotos im Reportagestil zeigen die Wirtinnen und Wirte beim Kochen, Schafe vor der Türe, landestypische Gerichte wie Marillen-Topfen-Torte, Wildstrubelrösti und Käsknöpfle. Hübsche Hütten weiterlesen

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Gelogen, getäuscht, geschummelt

Bildschirmfoto 2019-08-12 um 15.23.17Das Bedürfnis nach moralischer Integrität habe ihn zum Bergsteigen gebracht, sagt Mario Casella, Journalist und Bergführer aus dem Tessin. Er vergleicht eine journalistische Recherche mit einer anspruchsvollen Tour: die Befriedigung, ein Ziel ehrlich erreicht zu haben. Dass das im Journalismus nicht immer gilt, zeigte die Relotius-Affäre, da war das Buch schon erschienen; und dass es auch in den Bergen nicht immer stimmt, dem geht Casella nach. Er will nicht Alpin-Lügen aufdecken, sondern ergründet das Psychologische dahinter, untersucht die Konsequenzen für diejenigen, die am Berg gelogen, getäuscht, geschummelt haben. Gelogen, getäuscht, geschummelt weiterlesen

Der Hakenkrieg in Buchform

Bildschirmfoto 2019-08-12 um 14.58.55Bedeuten Instagram und Photoshop das Ende der hochwertigen Bergfotografie? Mit dieser Frage beschäftigt sich Robert Bösch in seinem monumentalen Bildband. Es ist kompliziert. –  Als Hakenkrieg wird im Klettern die Auseinandersetzung um Bohrhaken bezeichnet. Die Befürworter schätzen das sichere Klettern auch an schweren Wänden, Gegner finden, das sei irgendwie kein richtiges Klettern. Diese Auseinandersetzung hat nun Robert Bösch auf die Bergfotografie übertragen. Der Schweizer Fotograf und versierte Alpinist hat einen überdimensional großen Bildband zusammen gestellt, und er schreibt darin: Wie der Bohrhaken, der jede Wand auf fast jeder Linie kletterbar mache, erlaube es Photoshop, aus fast jedem Bild etwas Außergewöhnliches zu machen. Doch wo das Außergewöhnliche selbstverständlich wird, werde es schnell langweilig. Der Hakenkrieg in Buchform weiterlesen

Von Leitern zu Free Solo

Bildschirmfoto 2019-03-22 um 18.42.10.pngDieses Buch ist ein Debattenband der Bergsteigerszene. Der Hintergrund ist für Laien nicht ganz einfach zu durchschauen. Darum geht es: In den 1960er-Jahren war technisches Klettern angesagt, man bediente sich zahlreicher Hilfsmittel. Bohrte etwa Haken in den Fels, hielt sich an diesen fest und hängte kleine Strickleitern ein. So war es möglich, Felswände in der Direttissima zu bezwingen, also senkrecht hinauf. Das aber war der „Mord am Unmöglichen“, wie der 23-jährige Reinhold Messner 1968 in einem berühmt gewordenen Aufsatz wetterte. Messner, der wie immer moralisiert und polemisiert, bemängelte, dass mithilfe von Technik nichts mehr unmöglich bleibe, Von Leitern zu Free Solo weiterlesen

Berg…

Bildschirmfoto 2018-02-07 um 09.36.43Bergbücher gibt es wie Sand am Meer. Nun hat Uli Wiesmeier eines vorgelegt. Es ist ein Meisterwerk. Wiesmeier, geboren 1959, hat als Jugendlicher angefangen, Berge und Bergsportler zu fotografieren. Er lieferte Bilder, die zum Inbegriff des Sportkletterns wurden, etwa die spektakuläre Aufnahme von Stefan Glowacz, der als junger Kerl ungesichert an einer Hand an einem Felsen hängt, hoch über Australien. Wiesmeier war Werbefotograf, Fotojournalist. Aber in diesem Bildband steckt nichts davon, sondern Wiesmeiers intime Annäherung an die Berge. Die Kapitel – sie heißen etwa Bergbauer, Bergführer, Bergblick, Bergsport, Bergtod – zeigen streng komponiert das Wesentliche. Es geht los mit den Bergsteigern, mit Reinhold Messner, und dieses Foto zeigt Wiesmeier auf der Höhe seiner Kunst. Berg… weiterlesen

Selbst Tirol: menschenleer

Bildschirmfoto 2017-11-30 um 10.21.47Schwer wie ein Felsbrocken kommt dieser Bildband daher: Alpenwelten, abgelichtet vom jungen Landschaftsfotografen Stefan Hefele, betextet vom alten Alpinhasen Eugen E. Hüsler, geboren 1944. Hefeles Fotos sind eine Wucht. Auch wer viele Ecken der Alpen kennt, kann sich überraschen lassen. Die Bilder sind farbgewaltig, das große Format ist des Gegenstandes würdig. Das so Vertraute wirkt überwältigend. Sind das unsere Alpen? Ist das nicht doch Kanada, oder sonst ein abgelegenes Fleckchen Erde? Zu sehen ist der Alpenbogen in seiner ganzen Breite, auch unbekanntere Berge, im Südwesten der Alpen, schon nahe am Mittelmeer. Selbst Tirol: menschenleer weiterlesen